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Internet über Kabel wird nicht
mehr nur in einigen Regionen angeboten
Über das TV-Kabelnetz ist ein breitbandiger Highspeed-Internetzugang
heute bundesweit möglich. Galt vor einigen Jahren
noch: Kabel-Internet wurde nur von einigen Stadtnetz-Providern
angeboten, so haben sich heute die drei großen
"Player" der Kabel-Provider, nämlich
Kabel-Deutschland, Kabel BW und Unitymedia im Internet-Geschäft
mit Highspeed-Internet breit gemacht. Das vorhandene
TV-Kabelnetz musste dabei technisch so umgerüstet
werden, dass es rückkanalfähig wird, denn
- wie auch bei der Satellitentechnik - fehlte es dem
TV-Netz an einem Rückkanal,
mit dem sich Daten
senden lassen.
Kabel Deutschland ist derzeit in 12 deutschen Bundesländern
vertreten, Kabel BW im Land Baden-Württemberg und
Unitymedia (vormals Ish und Isey) in den Bundesländern
Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die ehemaligen Kabelnetze
der Deutschen Telekom zeigten sich für die Kabel-Provider
als Glücksgriff, gelten doch die Kabel-Netze gegenüber
den DSL-Netzen (vorwiegend die alten Kupferleitungen
aus den ehemaligen Telefonleitungen) als wesentlich
moderner.
Während über die herkömmliche Kupferleitung
mittels DSL lediglich Geschwindigkeiten von bis zu 6
MBit/s möglich sind und die Maximalgeschwindigkeit
mit ADSL2+ bereits bei 16 MBit/s ausgereizt ist, liefert
die Deutsche Telekom über VDSL derzeit Geschwindigkeiten
von bis zu 50 MBit/s. Die Kabel-Provider allerdings
haben wesentlich höhere Geschwindigkeiten zu bieten.
Die Standard-Pakete mit Breitband-Internet liegen zumeist
bei 32 MBit/s, teilweise schon bei 100 MBit/s und in
Testnetzen werden bereits Geschwindigkeiten von bis
zu 200 MBit/s erreicht.
Die Deutsche Telekom musste sich nach der Privatisierung
im Jahre 2000 für eines der Netze entscheiden (Kupferkabel
mit ISDN bzw. DSL oder das TV-Kabelnetz) und hat sich
dann wegen der größeren Verbreitung für
das ursprüngliche Telefonnetz und gegen das Kabelnetz
entschieden. Nun sieht sich die Telekom in einem Wettbewerbsnachteil,
muss sie doch für teures Geld ein neues VDSL Netz
aufbauen. Alleine der Aufbau des VDSL-Netzes in 50 deutschen
Großstädten kostete der Telekom mehr als
drei Milliarden Euro und dabei waren dann erst 50 deutsche
Städte versorgt.
Aber auch die Kabelnetzbetreiber haben zu kämpfen.
Bereits seit längerer Zeit denken Investoren darüber
nach, die drei großen Kabel-Provider wieder zusammenzulegen,
doch noch (2010) sind sie voneinander unabhängig.
Die Wirtschaftlichkeit des Geschäftes steht im
Vordergrund, wie auch bei den DSL-Providern. Im Alleingang
sind die Betriebskosten für die Netze nicht mehr
zu stemmen, denn immer noch verringern die Provider
im Konkurrenzkampf die Paket-Preise, bieten dafür
aber immer höhere Breitband-Geschwindigkeiten.
Darüber hinaus drohen den Festnetzprovidern Konkurrenznetze
aus der Luft, nämlich UMTS mit HSPA, WiMAX oder
auch LTE, die Digitale Dividende aus den ehemalig analogen
Radio-Frequenzen, die in den vergangenen Jahren auf
Digitaltechnik umgerüstet haben und jetzt relativ
viele Bandbreiten aus diesen Frequenzen frei geworden
sind.
Zwar liegen die maximal verfügbaren Geschwindigkeiten
bei UMTS-HSDPA derzeit bei etwa 24 MBit/s, doch sollen
mit LTE Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s möglich
werden. Wenn die Mobilfunk-Anbieter den Kabel-Providern
derzeit noch nicht das Geschwindigkeitswasser reichen
können, sie haben dennoch einen unverkennbaren
Vorteil gegenüber Festnetz: Sie bieten mobile Netze,
der Kunde kann von überall ins Netz.
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